1 x 1 der Wildtiere

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Biber (Castor fiber)

Erscheinungsbild

  • Das größte Nagetier Europas ist mit seinem breiten, horizontal abgeflachten und schuppenbesetzten Ruderschwanz nicht zu verwechseln.
  • Der plumpe Körper ist hinten deutlich dicker als vorn und steht auf kurzen Läufen.
  • Mit seiner spindelförmigen Form, dem Ruderschwanz und den Schwimmhäuten ist das Tier perfekt an das Leben im Wasser angepasst.
  • Die großen, orange-gelben, Nagezähne ragen weit hervor.
  • Der Biber kann bis zu 1,40 Meter lang und 35 Kilogramm schwer werden.
  • Sein braunes Fell ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (Mensch: bis zu 600 Haare pro Quadratzentimeter) sehr dicht, und schützt vor Nässe und Auskühlung.

Lebensraum

  • Lebensraum des Bibers sind stehende und träge fließende Gewässer mit auwaldähnlicher Ufervegetation aus Aspe, Weide, Esche, Birke oder Erle.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Biber gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Die Familie besteht heute aus einer einzigen Gattung, Castor, die sich in zwei Arten aufteilt: den europäischen Biber (Castor fiber) und den kanadischen Biber (Castor canadensis). Manche Zoologen betrachten den kanadischen Biber als eine Unterart des europäischen Bibers; dieser Auffassung steht die unterschiedliche Chromosomenzahl (48 beim europäischen, 40 beim kanadischen) entgegen.
  • Der europäische Biber ist in Skandinavien, Polen, Osteuropa, in der Nordmongolei und Russland, Frankreich und Deutschland heimisch. Durch Bejagung (dichtes Fell, essbares Fleisch) und Vernichtung des Lebensraumes durch Rodung und Ackerbau ist er in wenige Restgebiete zurück gedrängt worden.
  • Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen ist der Biber in den letzten Jahrzehnten auch in Deutschland wieder heimisch geworden.

Nahrung

  • Der Biber frisst Wasserpflanzen und deren Wurzeln sowie fast alle Uferpflanzen seines Lebensraumes. Neben Schilfstängeln, Krautpflanzen und Gräsern nimmt er gleichfalls die Triebe, Rinde und das geschrotete Holz von Weichhölzern wie Erlen, Weiden, Pappeln. Sträucher und schwächere Bäume fällt er mit seinen Nagezähnen.
  • In der Nähe landwirtschaftlicher Nutzflächen frisst er auch Klee, Mais, Rüben, Getreide oder Fallobst.

Sinnensleistung und Lautäußerung

  • Er wittert und hört sehr gut, sieht aber schlecht.
  • Die Kommunikation miteinander erfolgt über Duftsignale, Töne und Schwanzklatschen. Letzteres ist ein Warnzeichen für die anderen Biber, welches bei Gefahr durch lautes Klatschen der “Kelle” auf die Wasseroberfläche erzeugt wird.

Fortpflanzung

  • Biber sind monogam und bleiben ihrem einmal gewählten Partner ein Leben lang treu. Von Januar bis Februar findet nach Balzspielen im seichten Wasser die Paarung statt.
  • Zwischen April und Juni kommen dann nach einer Tragzeit von rund 105 Tagen die schon relativ weit entwickelten Jungtiere zur Welt. Biber bekommen nur einmal pro Jahr zwischen ein und fünf, meist drei Nachkommen.
  • Die Jungen werden etwa zwei bis drei Monate lang gesäugt, nehmen aber bereits zwei Wochen nach der Geburt unabhängig Pflanzennahrung auf.

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Biber leben immer in Gewässernähe. Dabei wird ein Uferstreifen nicht weiter als ca. 20 Meter vom Wasser genutzt. Am Ufer bauen Biber aus abgenagten Ästen und Zweigen sowie Schlamm ihre Burg oder – wenn grabbarer Untergrund vorhanden ist – eine Wohnröhre. Im Allgemeinen liegt der Eingang unterhalb der Wasseroberfläche. Fällt die Burg trocken, wird sie verlassen, da sonst Feinde Zugang zu ihr hätten.
  • Biber sind für ihre Dammbauten bekannt, mit denen sie Bäche aufstauen und künstliche Teiche anlegen. Diese Regulierung gibt den Bibern einen sicheren Wasserstand um ihre Burg herum. Gleichzeitig wachsen im Teich Wasserpflanzen, die dem Biber als Nahrung dienen. Biber halten keinen Winterschlaf, deshalb muss auch im Winter für Nahrung gesorgt werden. Direkt vor dem Eingang der Burg werden von den Bibern im Herbst Zweige und Äste zwischengelagert. Wenn die Teichoberfläche gefriert, kann der Biber die gelagerten Äste unter dem Eis erreichen und sich von der Rinde ernähren.
  • Biber können bis zu 20 Jahre alt werden.

Gefahren für Biber

  • Natürliche Feinde, wie Luchs, Wolf und Bär haben kaum einen Einfluss auf den Bestand des Bibers.
  • Neben der Verfolgung wegen seines Fleisches sorgten hauptsächlich Pelzjäger für einen drastischen Rückgang des Bestandes in Europa. Flussbegradigungen und Auenwaldbeseitigungen führten ebenfalls zu einem weiteren Schrumpfen des Bestandes. In Deutschland erloschen die letzten Bibervorkommen etwa Mitte des 19. Jahrhunderts.
  • Nach Einbürgerungen, aber auch durch natürliche Wiederausbreitung haben sich die Bibervorkommen vielerorts erholt. Er steht heute in Deutschland unter Schutz und darf nicht gejagt werden.

Bestand

Zurzeit gibt es dank der strengen Schutzmaßnahmen in Deutschland etwa 6.000 dieses für die Vielfältigkeit der Fauna und Flora so extrem nützlichen Nagers, wobei eine steigende Tendenz des Biberbestandes feststellbar ist.