1 x 1 der Wildtiere

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Fischotter (Lutra lutra)

Erscheinungsbild

  • Der spitz zulaufende, marderähnliche Körper und Schwanz des Otters geben ihm eine stromlinienförmige Gestalt, die für die Bewegung unter Wasser hervorragend geeignet ist.
  • Der Balg besteht aus dichtem kurzem Harr und ist dunkelbraun, Bauch und Brust heller grau-braun gefärbt.
  • Fischotter können bis zu 120 Zentimeter lang werden, davon entfallen 30 bis 40 Zentimeter auf den kräftigen und völlig behaarten Schwanz.
  • Das Gewicht beträgt etwa sieben bis fünfzehn Kilogramm.

Lebensraum

  • Der Fischotter lebt an klaren Flüssen, Bächen und Seen.
  • Tagsüber versteckt er sich in Bauen am Ufer oder in Baumhöhlen. Ausgeschwemmte Löcher am Ufer richtet es sich zu Bauen ein.
  • Gelegentlich nimmt der Otter auch Fuchs- und Dachsbauten in Ufernähe in Besitz.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Der Fischotter gehört zur Familie der Marder. Er ist nach dem Dachs der zweitgrößte heimische Vertreter dieser Familie.
  • Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf ganz Europa und Asien bis etwas über den nördlichen Polarkreis hinaus, sowie auf Marokko und Algerien.

Nahrung

  • Wie alle Marder ernähren sich auch Fischotter recht vielseitig. Neben Fischen und Fröschen erbeuten sie auch Krebse, Insekten, Schermäuse und Wasservögel.
  • Immer frisst der Otter das, was er am leichtesten erbeuten kann.
  • Etwa 500 bis 1000 Gramm Nahrung braucht ein Fischotter täglich.

Sinnensleistung und Lautäußerung

  • Keckern, Murren, Pfeifen, als Abwehr- und Drohlaut auch Kreichen.
  • Die Sinne sind insgesamt sehr scharf. Er sieht und hört sehr gut und hat auch einen ausgezeichneten Geruchssinn.

Fortpflanzung

  • Ihre ein bis drei Jungen bringen die Weibchen nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen an Plätzen zur Welt, die sicher vor Hochwasser sind.
  • Die Ranzzeit ist ganzjährig
  • Geschlechtsreif werden Fischotter mit eineinhalb bis zwei Jahren.

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Ältere Fischotter leben oft einzelgängerisch, jüngere gesellig bzw. in Familienverbänden. Überwiegend sind die Otter nachtaktiv und unternehmen ausgedehnte Beutezüge in ihren kilometerlangen Revieren, die teilweise auch über Land führen.
  • Das Revier eines Männchens umfasst etwa 30 bis 40 Kilometer Gewässerläufe. Etwa alle 1000 Meter braucht der Fischotter einen Unterschlupf, zum Beispiel unter den Wurzeln alter Bäume oder in dichten Weiden- und Erlenbüschen direkt am Ufer. In diesen Verstecken verschläft er den Tag.
  • Die Lebenserwartung beträgt cirka neun bis zehn Jahre.

Gefahren für Fischotter

  • Der Fischotter hat in Deutschland keine natürlichen Feinde.
  • Allerdings wurde der Otter in frühern Zeiten intensiv bejagt. Heute stehen Fischotter in Deutschland zwar unter Schutz, es haben aber nur wenige hundert Fischotter überlebt und diese finden kaum noch geeignete Lebensräume vor, weil die Flüsse begradigt und gezähmt wurden.

Bestand

  • Vitale Fischotterpopulationen gibt es in Deutschland nur noch östlich der Elbe im Lausitzer Teichgebiet, im südlichen Teil des Bezirks Frankfurt/Oder sowie in der Mecklenburger/Brandenburger Seenplatte.
  • Weitere Vorkommen in Deutschland sind isolierte Kleinvorkommen, zum Beispiel in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.