Oberseite gelb-grau bis grau, mit 4 bis 6 schwarzen, vorn meist unterbrochenen Längsstreifen auf Kopf und Nacken und unterbrochenen Querbinden auf Rücken und Flanken
Bauchseite oft heller gelblich
Buschiger Schwanz (Rute) mit 3 bis 4 schwarzen Ringen und schwarzer Spitze
Mit Hauskatze nur entfernt verwandt, auch wenn sie lange als deren Stammart gegolten hat
Gefahr der Verwechslung mit wildfarbenen Hauskatzen ist groß.
Bedeutend größer und kräftiger als Hauskatze
Unterscheidet sich auch durch stärkere Behaarung, größeren Schnurrbart und einen wilderen Blick
Lebensraum
Typischer Waldbewohner
Die Wildkatze bevorzugt nicht zu hoch gelegene Südlagen mit viel Unterholz und Felspartien, die ihr Verstecke bieten, und weiträumige offene Flächen als Nahrungsgründe.
Verbreitung und Stellung im zoologischen System
Lebt in ganz Zentraleuropa außer in den Alpen
In Deutschland in der Eifel, im Taunus, Odenwald, Hunsrück, Harz, Thüringen und im Bayrischen Wald
Zählt zur Familie der Katzen (Felidae) und zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora).
Nahrung
Beute: vor allem Kleinnager, bei Gelegenheit aber auch Vögel, Säuger bis Hasenngröße, Insekten und Amphibien
Aas nur in schweren Notzeiten
Sinnensleistung und Lautäußerung
Sehr stark ausgeprägte Sinne, wittert aber nur mäßig
Nachts sind dann die Liebesklagen vor allem des Kuders zu hören
Paarung verläuft ähnlich der der Hauskatzen
Tragzeit 63 bis 69 Tage,
Bringt im April/Mai etwa 2 bis 6 Jungtiere zur Welt, die 9 bis 11 Tage blind sind
Jungen werden in Reisighaufen, Erdbauen, Felsnischen und ähnlichen Verstecken geworfen.
Sobald Gefahr im Verzug ist, bringt die Kätzin ihre Jungen in einen anderen Schlupfwinkel.
Der Kuder kümmert sich vermutlich nicht um die Jungtiere.
4 Monate gesäugt, ab ca. 6. Woche auch fleischliche Zusatzkost
Mit 2 Monaten begleiten die Jungkatzen die Mutter auf die Jagd.
Ab Herbst sind die Jungtiere selbständig und suchen sich ein eigenes Revier.
Mit 10 Monaten geschlechtsreif
Lebensweise und Lebenserwartung
Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Territorialer Einzelgänger
Streifgebiet der Kätzin kann bis zu 3.500 ha, das des Kuders bis 5.500 ha groß sein.
Reißt ihre Beute, indem sie lautlos durch das Gestrüpp schleicht und bei dem geringsten Geräusch bewegungslos verharrt, um dann mit einigen mächtigen Sätzen das Opfer niederzuziehen
Höchstalter in freier Wildbahn 12 bis 14 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 21 Jahre
Gefahren für die Wildkatze
Natürliche Feinde sind Luchs und Wolf, von jungen Wildkatzen auch Uhu, Steinadler, Habicht, Fuchs und Marder.
In Gebieten mit Wildkatzen-Vorkommen ist beim Kurzhalten wildernder Katzen größte Sorgfalt geboten.
Hohe Verluste entstehen durch Verkehrsunfälle und Totschlagfallen.
Bestand
Früher in Mitteleuropa fast überall anzutreffen, aber durch intensive Bejagung fast ausgerottet worden.
Seit 1934 geschont
In den deutschen Mittelgebirgen leben heute schätzungsweise wieder 2.000 Tiere. Am häufigsten in der Eifel.