1 x 1 der Wildtiere

[Banner: Deutsche Jagdzeitung]

Auerwild (Tetrao urogallus)

Erscheinungsbild

  • Der Auerhahn ist etwa truthahngroß, wiegt 3 bis 6,5 kg und misst etwa 90 cm.
  • Der Hahn hat ein schwärzliches Gefieder mit blaugrauem Hals und grünlich schimmernder Brust.
  • Über den Augen hat er eine rote Hautpartie, die bei den Hennen nicht so stark entwickelt ist.
  • Unter seinem Schnabel trägt er einen Federbart.
  • Die Henne wiegt 1,5 bis 2,5 kg und hat ein schwarz-bräunliches Tarnkleid.
  • In den ersten Lebenswochen tragen die Küken wie die Mutter ein schlichtes Tarnkleid.
  • Erst im Alter von sieben Wochen mausern sie, dann beginnt bei den Hähnen die Schwarzfärbung des Gefieders.

Lebensraum

  • Der Auerhahn, ein ausgesprochener Waldvogel, lebt in naturbelassenen Mischwäldern mit Laub- und Nadelhölzern. Freiflächen wie Kahlschläge meidet er.
  • Wichtig sind für ihn große Bestände von Beerensträuchern (Blaubeeren).

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Bis zur Jahrhundertwende kam der Auerhahn bei uns in allen Gebirgen, bewaldeten Höhen und geschlossenen Wäldern der Ebene vor.
  • Als größter Vertreter der Waldhühner ist er heute in Ost- und Nordeuropa vertreten und in den Pyrenäen und Schottland zu finden.
  • In Deutschland gibt es nur noch einzelne Vorkommen im Schwarzwald, Bayerischen Wald und im Hochsauerland.
  • Das Auerwild gehört zur Klasse der Vögel (Aves), zur Ordnung der Hühnervögel (Galliformes) zur Familie der Fasanenvögel (Phasianidae) und zur Unter-Familie der Rauhfußhühner (Tetraonidae).

Nahrung

  • Küken benötigen in den ersten Wochen ca. 95 Prozent tierisches Eiweiß in der Nahrung wie z. B. Insekten und Ameisen. Später nehmen sie auch Kräuter, Gräser und Früchte. In der Winterzeit ernähren sie sich von Koniferennadeln.
  • Erwachsenen Tiere fressen gerne Knospen, junge Nadeln von Kiefern, Laub, Farnkraut, Sämereien, Beerenfrüchte, aber auch Insekten, Schnecken und Würmer.
  • Wie alle Hühnervögel nimmt auch das Auerwild Steinchen auf, die im Magen die Nahrung zerreiben.

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Sehr gutes Hörvermögen, außer während des Balzgesanges, wo der Hahn wie taub scheint.
  • Mit seinem Balzgesang markiert der Auerhahn sein Revier. Die Henne äußert gelegentlich ein “gog-gog”.

Fortpflanzung

  • Balz: Mitte März bis Ende Mai.
  • Der Platzhahn läßt auch andere Hähne zu, so dass eine gemeinsame Balz stattfindet. Man unterscheidet zwischen Boden- und Baumbalz. Die Bodenbalz findet meist in den frühen Morgenstunden bei Sonnenaufgang statt.
  • Die Hennen kommen zu den Balzplätzen.
  • Als Bodenbrüter legen sie vier bis zehn gelbweiße, rotgefleckte Eier in eine Erdmulde.
  • Brutzeit beträgt 26 bis 28 Tage.
  • Die Küken sind Nestflüchter und folgen sofort der Henne.
  • Der Hahn beteiligt sich nicht an der Jungenaufzucht
  • Die Jungen sind bereits nach zwei bis drei Wochen flugfähig, so dass sie mit der Henne den Schlafplatz im Baum aufsuchen können.

Gefahren

  • Auerwild ist ein standorttreuer Waldvogel, der ruhige, ungestörte Lagen großer Waldgebiete bevorzugt.
  • Veränderung des Klimas, aufeinanderfolgende kühle und nasse Witterungsperioden, besonders zur Schlupfzeit, wirken sich nachteilig aus.
  • Es gilt als Kulturflüchter und ist aufgrund der veränderten Lebensräume stark rückläufig. Zunehmende Freizeitaktivitäten, Technisierung der Forstwirtschaft und die damit verbundene Nutzung bisher unberührter Waldteile sowie die Belastung durch Umweltgifte führten zum Populationsrückgang des Auerwildes.
  • Natürliche Freßfeinde: Fuchs, Marder, Waschbär, Steinadler, Habicht und Uhu.
  • Gelege werden von Schwarzwild, Dachs und Rabenvögeln geräubert.