1 x 1 der Wildtiere

[Banner: Deutsche Jagdzeitung]

Birkwild (Lyurus tetrix)

Erscheinungsbild

  • Birkhahn und Birkhenne unterscheiden sich deutlich. Der Birkhahn hat ein glänzend blauschwarzes Gefieder, auffallend sind die roten Hautpartien über den Augen. Der Unterschwanz ist weiß und im oberen Flügelbereich befindet sich ein weißer Fleck.
  • Die Henne hat ein braunes mit schwarzen und grauweißen Bändern durchzogenes Tarnkleid.
  • Jungvögel bis zu einem Alter von zwei bis drei Monaten sehen wie erwachsene Weibchen aus.
  • Gewicht: Hahn bis zu 1,2 kg, Henne bis zu 1 kg.

Lebensraum

  • Offene von Bäumen durchzogene Landschaften. Im Flachland in Mooren und Heidegegenden, im Hoch- und Mittelgebirge.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Birkwild ist in Deutschland sehr selten. Kommt vereinzelt nur im Bayerischen Wald, in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, in der Rhön vor.
  • Ursprünglich war das Birkwild in Mittel- und Nordeuropa häufig, zählt heute aber zu den gefährdeten Flugwildarten.
  • Größere Bestände gibt es in Nord- und Osteuropa und Schottland.
  • Birkwild gehört zur Klasse der Vögel (Aves), zur Ordnung der Hühnervögel (Galliformes), zur Familie der Fasanenvögel (Phasianidae) und zur Unter-Familie der Rauhfußhühner (Tetraonidae).

Nahrung

  • Junge Birkhühner brauchen tierisches Eiweiß und ernähren sich deshalb vorwiegend von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken.
  • Erwachsene Hühner fressen Kräuter, Beeren und Gräser, bevorzugt werden: Birkenknospen und Heidekraut. Im Winter: Triebe, Knospen, Samen und Nadeln.
  • Wie alle Hühnervögel nimmt auch das Birkwild Steinchen auf, die im Magen die Nahrung zerreiben.

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Gutes Sehvermögen
  • Kullernder Balzgesang und Zischen des Hahnes im Frühjahr und Herbst

Fortpflanzung

  • Birkwild lebt nach Geschlechtern getrennt. Bis zum Brutbeginn leben die Hennen in Gruppen.
  • Paarungszeit: Mitte April bis Ende Mai.
  • Balz: Gruppenbalz der Hähne auf dem Balzplatz, hierbei kommt es zu heftigen Kämpfen.
  • Hennen halten sich in der Nähe auf und schenken dem stärksten Hahn ihre Gunst.
  • Die Balz findet vor Sonnenaufgang und abends statt. Mit Beginn der Dämmerung fliegt das Birkwild zur Nachtruhe auf die Bäume.
  • Es folgt keine Paarbildung.
  • Die Henne brütet sieben bis zehn rotgetupfte Eier in einer einfachen mit Laub ausgelegten Erdmulde 28 Tage lang aus (Bodenbrüter), sie führt die Küken bis zum Herbst alleine.
  • Die Küken sind Nestflüchter und nach etwa 14 Tagen flugfähig.
  • Birkwild wird im zweiten Lebensjahr fortpflanzungsfähig.

Gefahren

  • Natürliche Feinde: Fuchs, Marder, Großes Wiesel, Habicht, Sperber und Uhu.
  • Die Gelege werden vom Waschbären, Schwarzwild, Dachs und Krähenvögeln zerstört.
  • Das Birkwild reagiert empfindlich auf Beunruhigung, daher bezeichnet man es als Kulturflüchter.
  • Gründe für die geringe Bestandssituation des Birkwilds in Deutschland: Verlust von Lebensraum durch Kultivierungsmaßnahmen, Entwässerung der Moore und Aufforstung von Heideflächen, Flurbereinigung etc., übermäßige Zunahme der Fressfeinde z.B. der Füchse durch Tollwutimpfung.