Erscheinungsbild
- Körperlänge Männchen (Rüde): 64 bis 76 cm
- Gewicht Rüde: bis 1,9 kg
- Das Weibchen (Fähe) ist etwas kleiner und leichter als der Rüde.
- Insgesamt ist der Steinmarder kleiner und kompakter als der Baummarder.
- Fell: grau-braun mit deutlich sichtbarer weißer Unterwolle
Kehlfleck ist leuchtend weiß bis leicht gelblich und nach unten gegabelt, kann bis auf die Vorderbeine reichen
weitere Namen: Haus-, Dachmarder, Pelzmärtel, Weißkelchen
Unterschiede Baum- und Steinmarder
| - |
Baummarder |
Steinmarder |
| Größe |
70 bis 80 cm |
64 bis 76 cm |
| Gewicht |
bis 1,8 kg |
bis 1,9 kg |
| Fell |
dunkelbraun bis kastanienrot |
grau-braun, weiße Unterwolle deutlich sichtbar |
| Kehlfleck |
gelblich bis rotgelblich, nach unten abgerundet |
leuchtend weiß bis leicht gelblich, gegabelt, reicht oft bis auf die Vorderbeine |
| Ohren |
größer, Fell am Rand gelb |
kleiner und spitzer |
| Nasespitze |
braun |
fleischfarben |
| Augen |
braun |
schwarz |
| Lebensraum |
Misch- und Nadelwald |
bebuschtes felsiges Gelände, Parks, Gärten, Dörfer und Städte |
| Lebensweise |
Menschenscheu |
Kulturfolger |
| vorzüglicher Baumkletterer und Flugspringer |
schlechterer Baumkletterer, springt dort nur notgedrungen |
| tag- und dämmerungsaktiv |
dämmerungs- und nachtaktiv |
Lebensraum
- offene felsige Heckenlandschaften, auch mit Steinbrüchen oder einzeln stehenden Gebäuden wie z. B. Feldscheunen
- Kulturfolger, lebt auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen: Parkanlagen, Kleingartenanlagen, in Häusern
Verbreitung und Stellung im zoologischen System
- kommt fast in ganz Europa vor
- nicht auf den Mittelmeerinseln, auf England, Island und Skandinavien
- Der Steinmarder gehört zur Familie der Marder (Mustelidae), Ordnung der Raubtiere (Carnivora); zu den Mardern gehören auch Fischotter, Dachs, Iltis, Wiesel und Vielfraß.
Nahrung
- Aas, Hasen, Kaninchen, Obst und Beeren; in der Nähe des Menschen ist der Anteil von Hühnern, Tauben, Eiern größer
- Hauptbeutetiere: Ratten und Mäuse
- frisst auch an Abfällen (Komposthaufen, Müllkippen, Mülltonnen)
Sinnesleistung und Lautäußerung
- sehr scharf entwickelte Sinne
- Fieplaut zum Locken in der Paarungszeit (Ranz)
- Die Paarung verläuft meist sehr lautstark: Die Fähe schreit häufig weit hörbar, der Rüde ‘muckert’ erregt.
- keckert und faucht bei Aufregung
- ist lauter als der Baummarder
Fortpflanzung
- Paarungszeit (Ranz) Juli/August
- Während der Ranz jagt sich das Paar laut kreischend und fauchend. Der Rüde beteiligt sich nicht an der Jungenaufzucht.
- Tragzeit: ca. 9 Monate; die Tragzeit wird durch eine verzögerte Keimentwicklung solange hinausgeschoben, dass der Nachwuchs erst im März/April geboren wird.
- Die drei bis vier blinden Jungen kommen in einem ausgepolsterten Versteck zur Welt, das z. B. in Scheunen, Stallungen oder auf Dachböden sein kann.
- Typische Nesthocker: in den ersten Wochen blind und taub und können sich nur auf dem Bauch kriechend fortbewegen
- Fühlt sich die Mutter in dem Versteck nicht mehr sicher, trägt sie ihre Jungen am Nacken in einen anderen Unterschlupf.
- Die Jungtiere öffnen in der fünften Woche Augen und Ohren und werden sechs bis acht Wochen gesäugt.
- Mit ca. acht Wochen verlassen die Jungen das erste Mal das Versteck. Mutter und Jungtiere bleiben bis in den Winter hinein zusammen.
- mit zwei Jahren fortpflanzungsfähig
Lebensweise und Lebenserwartung
- Einzelgänger mit festem Revier
- Der Steinmarder hält auf Streifzügen immer seinen bestimmten Weg ein. dämmerungs- und nachtaktiv
- Kulturfolger: lebt gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen Verstecke in einzeln stehende Gebäude wie Scheune, Ställe, Gartenhäuser, alte Gemäuer, Steinhaufen und größere Holzstöße
- in einem Revier mehrere Verstecke
- Automarder: Der Steinmarder nagt gerne an Gummiteilen von Autos.