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Bundesprogramm Wiedervernetzung kommt

Röttgen und Jessel loben die wegweisende Arbeit der Jäger

Allianz für Wiedervernetzung (v.l.): DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe, NABU-Präsident Olaf Tschimpke, ADAC-Präsident Peter Meyer, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Dr. Peter Reichelt, Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Noch in diesem Jahr werde die Bundesregierung das „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ verabschieden, kündigte Bundesumweltminister Norbert Röttgen Mitte April auf der Veranstaltung „Den Tieren eine Brücke bauen“ in Berlin an. Damit werden erstmals wichtige Grundlagen geschaffen, um Lebensräume von Leitarten des Naturschutzes wie dem Rothirsch wieder systematisch zu verbinden. „Biologische Vielfalt ist unsere ökologische und ökonomische Lebensgrundlage“, betonte Röttgen. Querungshilfen sollen hierfür Konfliktpunkte von tierischen Wanderrouten und Straßen entschärfen. In der Prioritätenliste finden sich 122 Projekte erster Ordnung und rund 30.000 sekundäre Stellen, an denen die Durchlässigkeit des Straßennetzes für Tiere künftig verbessert werden muss.

Vor rund 200 Teilnehmern und über einem Dutzend Journalisten unterstrich DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe in seiner Begrüßungsrede die Notwendigkeit des Bundesprogramms und machte auf die zahlreichen Jäger-Projekte der letzten 8 Jahre aufmerksam, die dessen Grundlage bilden. Dr. Bethe wies auch auf die Notwendigkeit einer integrierten Raumplanung hin: „Was helfen Grünbrücken, wenn sie nach einigen Jahren in Industriegebiete oder Mais-Monokulturen führen?“

Bundesumweltminister Röttgen und die Präsidentin des Bundesamtes für Natuschutz (BfN), Professor Beate Jessel, lobten in ihren Beiträgen ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den Jägern. Als wegweisende Projekte der Jäger mit dem BfN wurden beispielsweise eine Deutschlandkarte mit Wanderkorridoren von land- und wassergebundenen Tieren sowie Planungshilfen für eine wildtierfreundliche Raumplanung genannt.

Professor Jessel sagte anlässlich der Vorstellung der Eckpunkte: „Mit dem Bundesprogramm Wiedervernetzung können jetzt die Früchte der langjährigen Grundlagenarbeit geerntet werden.“ Die praktische und langfristige Umsetzung von Wiedervernetzungsmaßnahmen solle zeitnah in dem BfN-Vorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore“ beispielhaft erprobt werden. Auch an diesem Projekt sind die Jäger beteiligt.

In der abschließenden Podiumsdiskussion unterstrich der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landesjagdverbandes, Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, als DJV-Vertreter die Bedeutung von Grünbrücken für das Monitoring von Neozoen und die angepasste Jagd zur Seuchenprävention – etwa zur Vermeidung der Schweinepest. Dr. Baasch verwies auch auf die geeignete Umfeldgestaltung von Grünbrücken, die Jäger durch Biotopprogramme positiv beeinflussen.

Durchgeführt wurde die Veranstaltung „Den Tieren eine Brücke bauen“ gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem ADAC.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im Internet unter www.adac.de/verkehrs-experten/fachveranstaltung

Hintergründe zur Grundlagenarbeit der Jäger gibt es unter: www.jagdnetz.de – Jäger-Infos – Naturschutz