19. Juli 2010 (djv) Bonn
Während Mensch und Tier gleichermaßen unter dem anhaltenden, heißen Wetter leiden, mögen es Rehe derzeit besonders heiß: Es ist Paarungszeit. Darauf weist heute der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) in Bonn hin. Um die Angebetete willig zu stimmen, läuft der Rehbock seiner Herzensdame oft kilometerweit hinterher – theoretisch eine schweißtreibende Angelegenheit. Praktisch kann ein Reh nicht schwitzen, ihm fehlen die notwendigen Drüsen. Um dennoch abzukühlen, hecheln die Tiere während des Ausdauermarsches wie ein Hund.
Haben Bock und Ricke in freier Natur besonders viel Platz für ihr Treiben, sorgen sie auch für ein besonderes Phänomen: die Entstehung von Kornkreisen. Bei ihrem Dauermarsch durch die Natur laufen die Tiere auch immer wieder in Felder hinein und dort im Kreis. Nicht Außerirdische sind also für die zehn bis dreißig Meter umfassenden Zirkel verantwortlich, sondern die paarungswilligen Rehe.
Die Laufbereitschaft ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Von einer hormonellen Achterbahnfahrt berauscht, ändern Rehe ihren Tagesrhythmus und sind derzeit auch tagsüber aktiv. Dabei laufen sie blind vor Liebe über die Straßen und nicht selten direkt vor einen Pkw. Der DJV appelliert von daher an das Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer auf Landstraßen mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Insbesondere an Wald-Feld-Rändern.