Könnt ihr euch vorstellen, aus dem Stand heraus über ein Fußballtor zu springen und beim Laufen ein schnell fahrendes Auto zu überholen? Was sich wie eine Geschichte aus der Welt der sieben Zwerge und Rotkäppchen anhört, könnt ihr ohne schlechtes Gewissen eurer Großmutter erzählen. Denn solche sportlichen Kunststücke gibt es wirklich! Allerdings handelt es sich dabei nicht um menschliche, sondern um tierische Rekorde.

Sag einer, Schnecken wären langsam! Foto: © Ernst Rose/Pixelio (www.pixelio.de)
In Feld, Wald und Flur vollbringen Wildtiere jeden Tag sportliche Spitzenleistungen. Anders als bei den Menschen spielen bei Wildschwein, Fuchs oder Hase Medaillen oder Preise jedoch keine Rolle. Die Tiere geben schlichtweg ihr Bestes, um zu überleben. So können zum Beispiel Rebhühner mit 85 Kilometern pro Stunde ganz leicht ihrem Feind, dem Habicht, davonfliegen. Der ist nämlich nur 42 Kilometer pro Stunde schnell.

Das ist ein Mufflon. Foto: R. Siegel
Mufflons (die schafähnlichen Tiere, deren Hörner wie Schnecken am Kopf liegen) schaffen es, ohne Anlauf 2,20 Meter – so hoch ist ungefähr ein Fußballtor – in die Höhe zu springen. Beim Wettlauf der Wildtiere hat der Rothirsch die Nase vorn: Er wird beim Spurten bis zu 67 Kilometer pro Stunde schnell! Damit kann er locker mit einem über die Landstraße fahrenden Auto mithalten. Wer denkt, dass sich die Wildschweine wegen ihrer dicken Schwarte nur langsam fortbewegen, liegt falsch. Obwohl sie ziemlich behäbig wirken, lassen die Borstenviecher beim Rennen ganz schön die Sau raus. Mit bis zu 55 Stundenkilometern können sie durch die Lande rasen!

Der Hirsch hat gut röhren - schließlich ist er die Nummer Eins unter den wilden (heimischen) Läufern!
Lahme Enten gibt es in der heimischen Tierwelt nicht, wie die Krickente beweist: Sie fliegt bis zu 120 Stundenkilometer schnell – das gleiche Tempo haben Autos auf der Autobahn. Die Leistung der Ente wird nur vom Mauersegler übertroffen, der mit 150 Kilometern pro Stunde in der Disziplin “Schnellflug “ auf dem Siegertreppchen ganz oben steht. Den dritten Platz belegt der Star mit 81 Kilometern pro Stunde. Einsame Spitze im Sturzflug ist der Wanderfalke: Wenn der Greifvogel in der Luft kreist und etwas zum Fressen erspäht hat, stürzt er sich mit unglaublichen 290 Sachen auf seine Opfer!

Von wegen lahme Ente! Foto: W. Rolfes
In der Disziplin Weitsprung müsste ein 1,70 Meter großer Mensch mindestens 56 Meter weit springen, um dem Springfrosch das Wasser reichen zu können. Zwar liegt dessen Bestmarke lediglich bei zwei Metern. In Relation zur Körperlänge springt der Frosch, der unter anderem in der Kölner Bucht und am Oberrhein lebt, jedoch die 33-fache Distanz. Silber geht beim wilden Weitsprung an die Waldmaus, die das Achtfache ihrer Größe springt (70 Zentimeter) und Bronze an das Mauswiesel: 1,20 Meter – also das Sechsfache seiner Körperlänge – schafft das kleinste Raubtier der Erde.