Kennst du den Banditen mit der Zorro-Maske?
Den fuchsgroßen Bären mit dem geringelten Schwanz, aus dessen Fell sich Trapper früher gerne eine Mütze machten?
Den kleinen Räuber, der angeblich sein Futter wäscht?
Na? Weißt du von welchem Tier hier die Rede ist?

Es ist der Waschbär. Den Spitz-Namen “Zorro” hat er bekommen, weil sein Fell im Gesicht gefärbt ist. Das sieht so aus, als trüge er eine Augenmaske.
Eigentlich stammt der Waschbär aus Nordamerika. 1934 machte ein Herr von Berlepsch eine Reise dorthin und der Waschbär gefiel ihm so gut, dass er gleich welche mit nach Hause brachte. Die schenkte er seinem Bruder, der Förster war. Und der setzte die Tiere dann in Hessen aus.
Den Tieren ging und geht es gut im deutschen Wald. Hier haben sie keine Feinde, denn die sind alle in Amerika geblieben. So kommt es, dass es mittlerweile fast überall in Deutschland Waschbären gibt.
Sicher fragt ihr euch jetzt, warum ihr dann noch nie einen gesehen habt. Waschbären zu beobachten ist ganz schön schwer. Die Tiere leben sehr heimlich. Tagsüber verstecken sie sich in Erdlöchern, hohlen Bäumen oder auch Strohhaufen. Erst nachts wird Zorro munter und geht auf Nahrungssuche.
Am liebsten frisst der kleine Bandit dann Vogeleier. Deshalb mögen die Jäger und viele andere Naturschützer ihn auch nicht so gut leiden. Viele Vögel, die ihre Nester auf dem Boden bauen (Bodenbrüter, wie Rebhühner und Wachtel) sind nämlich schon ganz selten geworden. Wenn dann der Waschbär auch noch die Eier frisst, gibt es noch weniger von ihnen.

Der Waschbär mag aber auch Mäuse, Fische, Obst, einfach fast alles. Er wird deshalb auch als Allesfresser bezeichnet.
Er kann klettern, springen und schwimmen – ein richtig pfiffiges Kerlchen.
Am liebsten lebt der Waschbär in der Nähe von Bächen, Flüssen und Seen. Mit seinen Pfoten tastet er im Wasser herum und sucht Frösche und Fische. Weil dieses Suchen so aussieht, als würde er waschen, hat er den Namen Waschbär bekommen.

Im Januar/Februar herrscht bei den Waschbären Paarungszeit. Im April/Mai kommen dann die Jungen zur Welt. Meist sind es drei bis sieben kleine Bären, die zum Beispiel in einem verlassenen Fuchsbau aufwachsen. Sechs Monate bleiben die Jungen bei ihren Eltern, bevor sie eigene Wege gehen.
Den Winter verbringt der Waschbär in einer Baum- oder Erdhöhle und verschläft den Großteil der kalten Jahreszeit.