Mutter Reh heißt auch Ricke und Vater Reh ist der Rehbock. Er trägt im Gegensatz zu den weiblichen Tieren ein Gehörn. So ein Gehörn besteht aus den gleichen Stoffen wie die Knochen und wird jedes Jahr im November/Dezember abgeworfen und dann wieder neu gebildet.
Rehe gehören zur Familie der Hirsche. Im Sommer sind sie rotbraun, im Winter graubraun gefärbt. Rehe sind Wiederkäuer. Nachdem sie ihren ersten Magen (den Pansen) gefüllt haben, ruhen sie sich aus und würgen nach und nach den Pflanzenbrei wieder hoch um ihn noch mal so richtig gut durchzukauen. Dieses Wiederkäuen habt ihr bestimmt schon mal bei Kühen gesehen. Nachdem die Nahrung noch mal gekaut wurde, wird sie wieder runtergeschluckt und nun beginnt die eigentliche Verdauung im Blätter-, Netz-, und Labmagen. Das Reh hat also vier Mägen.
Rehkinder werden Kitze genannt. Im Mai/Juni kommen sie zur Welt. Ihr Fell hat viele weiße Flecken, dadurch sind sie auf blühenden Wiesen fast gar nicht zu erkennen. Das heißt, sie sind gut getarnt. Solltet Ihr trotzdem einmal ein Kitz alleine auf einer Wiese liegen sehen, dürft Ihr es auf gar keinen Fall anfassen, sondern müsst langsam und leise wieder zurück gehen. Das Kitz wartet dort nämlich auf seine Mutter. Das Kleine hat selbst keinen Eigengeruch, damit der Fuchs es nicht findet. Fasst ihr es an, riecht es nach Mensch und die Mutter traut sich nicht mehr an ihr eigenes Junges. So ganz ohne seine Mutter verhungert es dann.
In ganz Deutschland gibt es Rehe. Am liebsten leben sie in abwechslungsreichen Wald-Feld-Landschaften, aber auch in der Nähe von Menschen fühlen sie sich ganz wohl und erscheinen ab und zu schon mal in waldnahen Gärten. Weil Rehe so gut mit den Menschen zurecht kommen sagt man auch: "Das Reh ist ein Kulturfolger".
Mit Straßen und Autos tun sich die Rehe schwer. Sicher habt ihr alle schon mal die Straßenschilder gesehen, auf denen vor Wildwechsel gewarnt wird. Ein rot umrandetes dreieckiges Schild mit einem springenden Rehbock. Trotz solcher Warnschilder passiert es immer wieder einmal, dass ein Reh vor ein Auto springt und angefahren wird. In so einem Fall muss man dann einem Jäger bescheid sagt. Meist kann sich ein verletztes Reh nämlich noch in die Büsche schleppen und sich verstecken. Dort würde es dann lange mit Schmerzen liegen, bis es stirbt. Deshalb sucht es der Jäger mit seinem speziell ausgebildeten Jagdhund und erlöst es von seinen Leiden.
Rehe sind echte Feinschmecker; sie pflücken nur ausgewählte Blätter, Knospen, Triebe und Früchte ab. Weil sich die Rehe die nährstoff-, energie- und vitamin-reichsten Pflanzenteile aussuchen zählt man sie zur Gruppe der Konzentratselektierer. Da Rehe auch gerne an jungen Bäumen knabbern, kännen sie im Wald manchmal Schaden anrichten. Denn wenn die Triebe eines Bäumchens ständig abgefressen werden, kann es natürlich nicht mehr richtig wachsen. Deshalb kümmert sich der Jäger darum, dass es in Wald und Feld nicht zu viele Rehe gibt.
